Wie alles begann

Der Anfang war am Tresen

In das weite Land der Sonne und der Gauchos wollte meine Freundin ziehen, zumindest für sechs Monate, und zum Abschied, kurz vor dem Ziehen, sollte es eine RIESEN-PARTY, einen Abschieds-Kaffeekranz geben, im Kurt Lade Klub, weil da die Wände so schön grün und die Sofas so schön weich sind, und weil da ein Klavier steht, von dem man sich immer vorstellen kann, darauf zu spielen; man kann es nicht wirklich, aber allein die Vorstellung ist so schön.

Für einen Gaucho-Kaffeekranz braucht man kein großes Team, da reicht auch einer, der die Tür (Aufschließen), die Technik (Küchenradiostecker-in-die-Steckdose-Stecken) und die Bar (Kühlschrank-auf-Getränk-raus-Getränk-über-den-Tresen) schmeißt. Stephan hieß der eine, Stephan hinter der Bar, der auf einer doppelseitigen Hochglanzmagazin-Autowerbung kritzelt. Was schreibstn’ da?, hab ich gefragt. Gedichte, hat er gesagt. Ist ja cool, ich schreibe auch. Und dann, ob ich nicht mal mit ihm auf einer Lesung hier im Lade lesen wolle. Klar, hab ich gesagt.

Und dann haben sich auf den weichen Lade-Sofas fünf Menschen getroffen und eine Lesung geplant, organisiert, Konzepte und Reihenfolgen und Gruppennamen gefunden, Flyer-Fotos geschossen, Tee getrunken, Tee getrunken, Ideen gesammelt. Stephan hat gesagt: Und wenn die erste Lesung gut läuft, dann machen wir noch eine und noch eine und noch eine! Und keiner hat ihm geglaubt, aber am Ende ist es genauso gekommen: Die erste Lesung ist gut gelaufen, und seitdem machen wir mindestens alle zwei Monate noch eine und noch eine und noch eine – und man weiß noch genau, wie vor über drei Jahren auf den weichen Lade-Sofas der Name Lauschgift gefunden wurde, das entstanden ist, was man eine LESEBÜHNE nennt, Lauschgift – DIE Lesebühne in Pankow. Mit wechselndem Autoren-Team, Gastautoren, Musikern, Fotografen, Graphikern, Veranstaltungstechnikern, Barfachfrauen und –männern, die zusammen wirken, sich auf weichen Sofas oder wackligen Stühlen, vor grünen Wänden oder auf sonniger Terrasse treffen, um und auf der Lade-Bühne schwirren und immer noch mehr und noch mehr und noch mehr machen wollen.

Und niemand könnte genau sagen, wie viele Autoren und Musiker inzwischen im Backstage-Raum eine Set-List besprochen haben, wie viele Wagemutige sich für das Offene Mikro auf die Lauschgift-Bühne getraut haben, wie viele Weiterschreib-Geschichten schon an den Wänden der Lade-Toiletten entstanden sind, wie viele Club-Mates an Lauschgift-Abenden über den Tresen geschoben worden sind –

Lauschgift, DIE Lesebühne in Pankow, eine Plattform zum Sich-Ausprobieren, Plattform mit Hauptzentrale im Kurt Lade Klub, dem Ort der BEGEGNUNG. Zwischen Pampa und Panke.

Von Lydia

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