Lauschgift – Die Lesebühne im Kurt-Lade-Klub

Klo-Geschichten I

Am 07. Januar 2011 standen wir mit Arne und Frank auf der Bühne, die ihre Premiere als Festung Europa bei uns feierten. Dieser künstlerische Impuls begrenzte sich nicht nur auf die Bühne, sondern auch auf die kreativen Ergüsse unserer Besucher.

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* Auf der Mädchentoilette:

Reglos blieb der Körper der Katze neben dem Bach liegen. Was für ein Unglück für die im übrigen braun-schwarz gestreifte Katze, deren Tag so erfreulich und vielversprechend und hervorragend mit einer Schebapackung begonnen hatte! Sie miaute bis zehn und schlich langsam weiter, um die anderen zu finden, wo sollte sie zuerst suchen? Vielleicht…

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Der Pfefferstreuer knallte scheppernd auf die Fliesen des Badezimmers. Frühstück in der Badewanne, nur Maren konnte auf so eine bescheuerte Idee kommen. Aber schön war es doch, mit ihr zusammen Käsebrote und Kaffee zwischen Badeschaum und Parfümflakons zu verdrücken und dabei ihre hübschen kleinen Zehen zu betrachten, die zwischen den Schaumblasen hervorlugten, doch dann sagte sie die drei Worte, die ein Mann nie von einer Frau hören möchte. “Ich liebe dich.” “Kotz”, sagte er und sein Frühstück nahm den direkten Weg zurück ins Badewasser. “Und ich bin schwanger.”, fügte sie mit genervter Stimme hinzu. “Aber ich weiß nicht, wer der Vater ist, du weißt ja, du und dein Zwillingsbruder seid so schwer auseinanderzuhalten und dann auch noch die Jungs vom Sport.” Als auf einmal der Martinstag vor der Tür stand…

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* Und auf dem Herrenklo:

Der Himmel verdunkelte sich, doch der erwartete Regen blieb aus. Das freute den Schneemann, der sich schon seit vier Monaten vergeblich in der Sahara zu orientieren versuchte. Er wollte unbedingt das Meer finden, was ja hier irgendwo sein musste. Schließlich war hier so ein schöner Strand.

*

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Er betrat die Wohnung und stellte fest, dass irgend etwas anders war. Mit Sicherheit hatte der Schneemann heute morgen noch nicht auf der Couch gesessen. Nein, ganz sicher hatte er heute noch nicht auf der Couch gesessen, denn in diesem Fall würde sich auf ihrem Polster ein nasser Abdruck befinden. Wie kam er nur auf diese absurde Idee?! Nach kurzem Nachdenken beschloss er, dass das ganze vermutlich nur ein Auswuchs seines schizophrenen, vom Verfolgungswahn zerfressenen Verstandes war! Und der Himmel ist blau! Und die Erde grün! Alles war beim Alten!

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Am 05.11.2010 hatten wir unsere letzte Lesebühne in diesem Jahr im Kurt Lade Klub und das erste Mal ohne Lydia. Dafür waren Lutz Schumacher, Isabella Vogel und Alexander Vowinkel mit uns auf der Suche nach der Antwort, was sich in den Tiefen des Alls befindet. Dabei sind auch folgende Klogeschichten entdeckt worden:

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* Auf den Mädchentoilette:

Sie stand an der Haltestelle, als plötzlich…
“Halt, nicht so schnelle!”
jemand von hinten rief.
Wozu eine Tür wenn man sie nicht schließen kann?
Um sie zu öffnen?
Dieser Satz ist unverständlich, aber besoffen macht alles Spaß.
Alles klar

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Schweißüberströmt stand er vor ihr. Jetzt gab es kein zurück mehr… Er
presste seinen Körper gegen ihre, doch sie… fragte: “Stört es dich
wenn ich dabei esse?” und nahm… ein Stück Speck. Nö sagte er und…
knabberte an ihrem Ohrläppchen. Doch der Spech war ziemlich fettig,
deshalb… ließ sie davon ab – sie aß nun nicht mehr und widmete ihre
ganze Aufmerksamkeit ihm, der ihr immer zur Seite gestanden hatte, der
für sie da war, wenn wieder mal ein Freund mit ihr Schluss gemacht hatte
oder der, der mit ihr Eis essen ging, denn sie aß gerne, das wusste er.
Sie aß ihn heute mit anderen Augen – nicht mehr freundschaftlich – sie
sah in seine BLAUEN Augen… und erschrak. Darüber, dass sie so lang
gebraucht hatte um zu erkennen
Tja – und was jetzt? – Jetzt war es zu spät, morgen um diese Zeit würde
sie die Umlaufbahn der Erde schon verlassen haben. Auf der Suche nach
den Geheimnissen der Tiefen des Weltalls.

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* und auf den Jungenklos:

Wie viel Tage war er schon hier? Er wusste es nicht, aber…
langsam bekam er Hunger. Hungrig war er, hungrig wie 3 Tage
Pickelwetter. Aber dafür war das Klo aber auch irgendwie der falsche Ort.
Er musste die verklemmte Toilettentür irgendwie geöffnet bekommen.
Scheiße! Fickscheiße! So ein Kack! Schrie er.

*

*

Schweißüberströmt stand er vor ihr. Jetzt gab es kein zurück mehr … “Leihst du mir dein Deo?” – “Aber du weißt schon, dass es nach Flieder duftet, oder?” – “Das ist mir egal, meine Katze hat gepupst.” – “Um die ewige Stinkerei zu beenden geb ich dir einen kleinen Tipp:”
*

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Am 03. 09.2010 standen wir auf der Bühne des Kurt Lade Klub, zusammen mit Moritz Gause, Markus Sehl, Christian Wöllecke und Sebastian Jähne. Natürlich waren nicht nur wir aktiv, sondern auch ihr und hier sind eure Erzeugnisse.

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*Auf der Mädchentoilette:

Diese eine Sache, die er nicht hätte sagen sollen… “Deine neue Frisur? Mmh, nee, is nich so doll…” Vielleicht hätte ich ihn deswegen nicht krankenhausreif schlagen sollen. Aber wie konnte er es auch wagen? Ich meine, hätte ich sein neues Fahrrad beleidigt…  Ich werde ihn besuchen. Mit Schokolade. Als Ausgleich für den Streit, den wir hatten. Oder vielleicht doch Marshmallows? Weil er es so liebt, Marshmallows essend Fahrrad zu fahren.

*

*

Er hatte ihn überall gesucht, denn es war doch schließlich sein Haustier. Doch ihm vorzuschreiben, wann er zu kommen und zu gehen hatte, war in etwa so, alös wolle man… der Queen etwas vorwerfen – schlicht unmöglich und dazu unmoralisch! Und die Queen hat immerhin eine Krone. Und ihr Sohn hat so große Ohren, damit ihm die Krone später nicht vom Kopf rutscht.

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*und auf den Jungentoiletten:

Er saß nichts ahnend auf der Toilette, als plötzlich die Schüssel unter ihm brach: So einen guten Schiss hatte ich lange nicht mehr, sagte er in die Leere. Doch auf einmal kam eine riesige Ratte aus der kaputten Schüssel gekrochen. Sie starrte ihn mit immer größer werdenden roten Augen an. Plötzlich erfüllte ein lauter, schmerzvoller Schrei die triste Klokabine. Es war Arielle, die Meerjungfrau, die sich verirrt hatte und nun von unten auf die Klobrille der schrecklichsten Toilette Schottlands sah.

*

*

Diese eine Sache, die er nicht hätte sagen sollen. Jetzt war sie ihm doch aus dem Mund gefallen, obwohl er ja eigentlich lieber ein köstliches, kühles Bier in selbigen geschüttet hätte. Voller Inbrunst. Er schluckte und gurgelte, suchte verzweifelt nach jenem erhofften kühlen Nass. er senkte seinen Kopf und sprach voller Verzweiflung: „Ich glaube, dort ghibt es eine andere.“ Fernbedienung im Wohnzimmerschrank. Der Gedanke machte keinen Sinn, so wie der bisherige Abend nur wie eine Abfolge geschriebener Sätze pseudo-schriftstellerischer Schmierfinken erschien. Er beschloss, ein Bier zu trinken. *Schmatz*

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1 Kommentar »

  1. [...] eure Werke: Die Klo-Geschichten von gestern sind ab sofort online. Viel Spaß und vielen Dank! –> klick mich an, los klick mich an, ich verlinke dich zu den Klogeschichten, los, los! Kommentare [...]

    Pingback von Advent, Advent… « Lauschgift – Die Lesebühne im Kurt-Lade-Klub — 12. Dezember 2009 @ 5:23 nachmittags | Antwort


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